Poker und Emotionen

Poker und Emotionen

 

Poker ist ein aufregendes Spiel. Kaum etwas ist mit dem Gefühl vergleichbar, mit einem Bluff all-in zu gehen oder zu setzen und all-in geraist zu werden. Dabei können die Emotionen schon mal hochschlagen, und wie so oft im Poker ist auch dies ein Umstand, den Sie zu Ihrem Vorteil nutzen können. Wie aber geht man mit Emotionen um, wenn man am Tisch sitzt?

 

Selbstkontrolle

 

Wenn Spieler, die normalerweise gute Ergebnisse erzielen, plötzlich schlecht spielen, kann das daran liegen, dass sie sich von ihren Emotionen überwältigen lassen. Man spricht in einem solchen Fall von „Tilt“, mit Bezug auf Flippergeräte, die bei zu starker Belastung abschalten und nicht mehr richtig funktionieren. Normalerweise kommt es dazu, wenn man einen schlimmen Bad Beat erleidet, vor allem, wenn der gegnerische Spielzug schlecht war, oder wenn man in eine Falle tappt, die man selbst gestellt hat. Bad Beats passieren immer wieder, aber wenn Sie sich davon beeinflussen lassen, sind Sie schnell in Schwierigkeiten. Häufig versuchen Spieler nach einem Bad Beat alles, um mit dem dafür „verantwortlichen“ Gegner wieder in eine Hand zu kommen, spielen dabei überaggressiv und wollen diesen oder andere Gegner zwingen, einen großen Pot aufzubauen oder sich zurückzuziehen. Man nennt das auch „Steaming“, und es führt meistens zu einer Katastrophe. Einen Vorteil verschaffen Sie sich gegenüber einem schlechten Spieler, indem Sie die richtigen Situationen ausspielen, wenn Sie einen positiven Erwartungswert haben, aber durch „Steaming“ geben Sie diesen Vorteil vollständig auf. Wer Poker spielen will, muss cool sein. Denken Sie daran, dass alle Spieler von Bad Beats betroffen sind, gute noch öfter als schlechte, also denken Sie daran, dass Sie Ihren Vorteil langfristig ausspielen müssen und nicht in einer einzigen Hand. Manchmal ist es sogar eine gute Idee, nach einem Bad Beat eine kurze Pause zu machen und spazieren zu gehen. Entscheiden Sie sich erst danach, ob Sie emotional zu aufgewühlt sind, um weiterzuspielen oder nicht.

 

Kontrolle der Gegner

 

Halten Sie sich in einer Partie zurück, die emotional so aufgeladen ist, dass das Spiel darunter leidet. Wenn Sie jedoch mit den Emotionen Ihrer Gegner spielen können, sollten Sie dies tun. Wenn ein Spieler seine Laydowns ständig selbst hinterfragt, können sie schon die eine oder andere Bemerkung darüber fallen lassen, wie tight er spielt oder wie leicht man ihn herumschubsen kann. So können sie eher darauf hoffen, bei den großen Händen Action zu bekommen. Wenn Sie jemanden aus einem großen Pot bluffen und Ihre Hand zeigen, können Sie den Gegner vielleicht auf „Tilt“ bringen. Das ist vielleicht nicht nett, gehört aber zu gutem Poker dazu. Bedenken Sie jedoch, dass man seine Gegner niemals beleidigt oder persönlich wird. Kleine spitze Bemerkungen reichen vollkommen aus. Man kann ohne Weiteres freundlich und umgänglich bleiben und seine Gegner trotzdem aus dem Gleichgewicht bringen.

 

Manche Spieler setzen die Psychologie nicht gerne im Spiel ein, aber in einem Spiel wie No Limit Hold’em darf man ihren Wert nicht unterschätzen. Wenn sie selbst nicht gewillt sind, mit den Emotionen anderer zu spielen, sollten Sie zumindest die Techniken kennen, nur für den Fall, dass jemand anderes versucht, sie gegen Sie einzusetzen.


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